Donnerstag, 6. Oktober 2016

Telemedizin: Die Videosprechstunde

Das Internet macht es möglich: Die Telemedizin

Moderne Internettechniken in Kombination mit modernen Gesundheitsinformationen bieten den Internetnutzern die Möglichkeit, sich vor dem Arzt - oder Klinikbesuch per Video über das bestehende Krankheitsbild zu informieren.

Ärzte wie Kliniken nutzen diese Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit den Patienten, um das eigene Leistungsangebot zu präsentieren.

Ein schönes Beispiel hierfür ist der Internetauftritt der Praxis. Unter der Bezeichnung Videosprechstunde bietet die Praxis mehrere Informationsvideos an.


Hier kann sich der Zuschauer mehrere Videos ansehen, in denen die häufigsten Patientenfälle erläutert werden.

Das Facettensyndrom und seine Ursachen

Der lumbale Bandscheibenvorfall

Die Spinalkanaklstenose - der enge Spinalkanal 

Anbieter:

Dr. med. Hans-Holger Capelle
Kontakt:
Überörtliche Gemeinschaftspraxis Dres. Babacan GbR
Frankfurter Strasse 51
63500 Seligenstadt
Telefon: +49(0)6182 / 30808-0
Fax: +49(0)6182 / 30808-51

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Hessen, Vogelgesang 3, 60488 Frankfurt am Main 
 
Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Hessen, Georg-Voigt-Straße 15, 60325 Frankfurt am Main



Probleme und Lösungen per Video vorgestellt




Rückenschmerzen und Bandscheiben │ Medizin im Gespräch






Die Bandscheibe ist ein weicheres Gewebe zwischen zwei Knochen und fungiert als Dämpfer in der Wirbelsäule. PD Dr. med. Johann Romstöck vom Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt erläutert in dieser Ausgabe, wie die Schmerzen an der Wirbelsäule, speziell den Lendenwirbeln bei einer defekten Bandscheibe entstehen. Jede Bandscheibe hat einen äußeren Faserring. Wenn dieser Faserring ausleiert oder reißt, kann das weichere Gewebe aus dem Zentrum austreten und die Nerven komprimieren. Dieser sehr starke Schmerz ist auch bekannt als Hexenschuss oder starke ausstrahlende Rückenschmerzen welche bis in die Beine ziehen.

Die Probleme sind nicht allein der Verschleiß. 
Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung des Patienten: steht er gerade, kann er sich frei bewegen, hat er die volle Muskelkraft und sind alle Reflexe vorhanden. Erst wenn sich hier zeigt und bestätigt, das etwas nicht stimmt, kommt die große Technik bis hin zum Kernspintomographen zum Einsatz. Die anschließenden Therapien sind dabei sehr unterschiedlich und individuell. Gleich ist die anfängliche Beherrschung des akuten Schmerzes. Anschließend teilen sich die Patienten auf. Der einen Gruppe kann mit konservativen Behandlungsmethoden sehr gut geholfen werden, die andere Gruppe sind teilweise dann Kandidaten für einen operativen Eingriff.

Wenn es keine andere Möglichkeit als eine Bandscheibenoperation gibt, wird dabei die Bandscheibe entlastet. Um Beschwerden an der Bandscheibe vorzubeugen gibt es nur eine vernünftige Maßnahme: Bewegung.


Weitere Videos finden Sie in der Mediathek

Rückenschule Auch nach fast 50 Jahren kaum Evidenz zur Wirksamkeit

Seit genau 47 Jahren gibt es das Konzept der "Rückenschule", doch die Evidenz für eine langfristige Wirksamkeit bei chronischem Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule ist bis heute unbefriedigend.



Das weltweit erste Rückenschulprogramm entstand bereits 1969 in Schweden; seitdem haben unzählige Institutionen, von Reha-Kliniken und Betrieben über Krankenkassen bis hin zu Volkshochschulen, Rückenschulen angeboten.
Die Vielfalt der Maßnahmen ist dabei ebenso unüberschaubar wie deren Träger; nicht zuletzt unterscheiden sich die Programme auch in ihrer Zielsetzung. Es werden Trainer oder Lehrer mit unterschiedlichstem Hintergrund eingesetzt, und auch die Klientel ist alles andere als homogen.

Was bringt das: Metanalyse will Antworten liefern

Die große Frage "Was bringt das?" ist daher alles andere als leicht zu beantworten. Nachdem der letzte Cochrane-Bericht zum Thema Effizienz von Rückenschulen über zehn Jahre zurückliegt, hat sich nun ein deutsch-kanadisch-britisches Team die Mühe gemacht, die vorliegende Literatur zu sichten (Pain 2016, online 26. Juli). 31 randomisierte, kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Rückenschulprogrammen bei chronischem Schmerz im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule wurden ausgewertet.
Wie Sebastian Straube von der Abteilung Preventive Medicine an der University of Alberta, Kanada, und sein Team feststellen, lässt sich jedoch auch aus dem entstandenen Review mit Metaanalyse keine klare Schlussfolgerung ableiten.
Begründung: Die Studien seien zu heterogen, das als optimal angesehene Kriterium – in Rückläufer-Fragebögen berichtete Schmerzintensität – wurde unzureichend erhoben, arbeitsbezogene Effekte wurden mit zu großer Variabilität erfasst und die Dokumentation unerwünschter Ereignisse erwies sich als unbefriedigend.

Kein einheitliches Bild in Studien

Immerhin zehn Studien zeichneten sich durch ein geringes Verzerrungsrisiko aus. Aber auch diese kamen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen: Mal besserte sich der Behinderungsgrad durch die Rückenschule nicht so deutlich wie beispielsweise durch die McKenzie-Intervention, mal war die Rückenschule gegenüber reinem Training im Vorteil, zum Beispiel was den Oswestry Disability Index anbelangte.
In einer Studie bewirkte die Rückenschule im Vergleich mit einer Standardversorgung eine signifikante Verbesserung auf der VAS-Skala und im Roland Morris Disability Questionnaire, in einer anderen war beides nicht der Fall. Mehrere Studien verglichen multimodale Maßnahmen, von denen sich die Rückenschule jedoch nicht isolieren ließ.
Im Nachhinein führten Straube und Kollegen eine Analyse der VAS-Schmerz-Scores bei behandelten Patienten durch. Hier ergab sich zwar ein deutlicher Nutzen der Rückenschule nach ein bis zwei Monaten. Nach vier bis sechs Monaten war der Vorteil jedoch nicht mehr signifikant.
Vier Studien hatten sich dem durch Rückenschmerzen bedingten Arbeitsausfall gewidmet, allerdings, so Straube, partout nicht so, dass man die Daten hätte zusammenführen können.
Lediglich fünf Studien konnten die Forscher in einer Metaanalyse zusammenfassen. Als Kriterium diente der Roland Morris Disability Questionnaire. Ergebnis: Auch hier signifikante Vorteile nach ein bis zwei, aber kein deutlicher Nutzen mehr nach vier bis sechs Monaten.

Placebo? Forscher fordern bessere Daten

Es gibt nach Straube mehrere Phänomene, wodurch die Studien verfälscht worden sein könnten. Das eine sei das der "Kompensation": Arbeiter, die sich durch die Schulung "gewappnet" gegen Rückenschäden fühlen, könnten möglicherweise erst recht riskante Verhaltensweisen an den Tag legen, weil sie die "Schutzwirkung" überschätzten. Sie würden dann zum Beispiel größere Lasten heben als zuvor.
Auf der anderen Seite müsse man berücksichtigen, dass die Rückenschule selbst einen Placeboeffekt auslösen könne – bei Schmerzen sei es nichts Ungewöhnliches, dass sie sich bereits unter Placebo besserten.
Immer noch werde mit unzureichenden Endpunkten gearbeitet, kritisieren Straube und Kollegen. Man müsse daher nicht nur mehr, sondern auch bessere Studien auflegen.
Was an nicht medikamentösen Maßnahmen sinnvoll sei, habe eine Studie vor wenigen Jahren untersucht. Am besten wirksam (mäßige Effizienz) waren demnach kognitive Verhaltenstherapie, Training, Wirbelsäulenmanipulation und eine interdisziplinäre Rehabilitation.

"Die meisten Patienten haben Rücken"

Aktueller KBV-Bericht

"Die meisten Patienten haben Rücken"

BERLIN. Die meisten Patienten, die im vergangenen Jahr eine Arztpraxis aufgesucht haben, litten an Muskel-, Skelett- oder Bindegewebserkrankungen. Das geht aus Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Demnach kamen 36,7 Millionen Menschen mit solchen Beschwerden in die Praxis. Mit 35,1 Millionen Patienten liegen Erkrankungen des Atmungssystems auf Platz zwei.
Fast 30 Millionen Menschen (29,5) suchten Arztpraxen wegen Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten auf. Eine Million weniger Patienten klagten über Erkrankungen des Kreislaufsystems und 25,6 Millionen Patienten kamen wegen psychischen Verhaltensstörungen zur Behandlung. Von ihnen ließen sich 13,6 Millionen wegen Neurotischer, Belastungs- oder somatoformer Störungen behandeln.

Montag, 26. September 2016

Klinken, Fachkliniken und Wirbelsäulenzentren

Klinken, Fachkliniken  und Wirbelsäulenzentren
Wie in der Automobilindustrie hat es auch in der Medizin eine Zertifizierungswelle gegeben.
Denn Klinik ist nicht gleich Klinik ! Es ist schon ein Unterschied, ob eine Klinik nur 20 Bandscheibenpatienten pro Jahr behandelt oder vielleicht 2000 Bandscheibenpatienten.
Insofern ist in einem medizinischen Zentrum ein bestimmtes medizinisches Know How und Fachwissen organisiert. Das betrifft einerseits die technische Ausstattung und andererseits das Fachwissen der dort arbeitenden Fachärzte.
Auf der Basis der vorgegebenen Zertifizierungsrichtlinien können sich Kliniken zertifizieren lassen.
Zertifizierungsverfahren werden von verschiedenen Anbietern angeboten:
Zertifizierung IQMP-Reha
Zertifizierung nach KTQ
Zertifizierung Akutscherztherapie
Zertifizierung als überregionales Traumazentrum
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Was bedeutet die Zertifizierung ?
Zertifizierungen zur Prozessoptimierung
Die große Herausforderung besteht für die Kliniken darin, im Sinne der Optimierung aller Abläufe  alle MitarbeiterInnen mit einzubeziehen damit Qualität auch wirklich gelebt wird. Dies ist kein Vorgang, der einmal initiiert und nach einer Zertifizierung abgeschlossen ist. Durch eine transparente Kommunikation und praxisorientierte Umsetzung erreicht man  bei allen MitarbeiterInnen Verständnis, Akzeptanz und aktive Mitwirkung. Durch ständige Weiterentwicklung, Prüfung und Verbesserung der Abläufe erfüllen die zertifizierten  immer mehr die Erwartungen unserer Patienten-, Mitarbeiter und Kunden und nähern sich immer weiter einer umfassenden Qualität. Die Zertifizierungsurkunden gelten nicht für immer und ewig, in regelmässigen Abständen wird auch nachgeprüft, derartige Prüfungsverfahren werden z.B. auch vom TÜV durchgeführt. Ein zertifiziertes medizinisches Zentrum, egal ob ein Brustkrebszentrum oder ein Wirbelsäulenzentrum bietet somit immer einen hohe Behandlungsqualität.
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Wirbelsäulenzentrum Herne
Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie und Schmerztherapie / Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr
St. Anna Hospital  Hospitalstraße 19
44649 Herne  Fon: +49 2325 986-2020
www.annahospital.de
E-Mail: spine-pain@elisabethgruppe.de
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Die Reha

Die Reha
Die Bandscheiben Op wird heute meist mikrochirurgisch durchgeführt. Diese Art des Eingriffs macht es möglich, dass die Patienten schon im Mittel zwischen 3 und 5 Tagen nach der Operation das Krankenhaus verlassen können.
Im Anschluss an die OP wird dann im Regelfall eine Bandscheiben Reha empfohlen und durch den Operateur oder den Sozialdienst des Krankenhauses eingeleitet. Dabei steht Ihnen auch das Wahlrecht, die Rehaklinik Ihrer Wahl auszuwählen
Ziele der Reha nach Bandscheiben-OP
A) körperliche Ziele
Muskelanspannung reduzieren, ggf. medikamentös
Bewegungseinschränkungen minimieren
Fehlhaltungen vermeiden
Muskelaufbau gezielt physiotherapeutisch
Mobilität verbessern
B) Psychische & Soziale Ziele
Selbstvertrauen in eigene Fähigkeiten
Selbstbewusst eigene/neue Ziele definieren
Lebensfreude & Lebensqualität steigern
Vorbereitung auf Rückkehr in Familie, Freizeit & Beruf
Auf Basis des ärztlichen  Befundes und der Nachbehandlungsempfehlung Ihres Operateures wird gemeinsam mit dem patienten ein individuelles Therapieprogramm erarbeitet.. Das zentrales Element der Reha (Anschlussheilbehandlung) nach der Bandscheiben-Op ist die Physiotherapie (Krankengymnastik), bei der mittels physiotherapeutischen Übungen und Gerätetraining Muskelaufbau betrieben wird. Hier erfolgen beispielsweise unter anderem auch Wassergymnastik oder Rückenschule.
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Bei der Wassergymnastik wird zum Einen die Wirbelsäule, Gelenke und Muskulatur entspannt und zum Anderen fallen aufgrund des Auftriebs und des geringeren Eigengewichts das Trainieren von Bewegungen wesentlich leichter. Durch die Rückenschule wird das Erlernen einer optimale Haltung trainiert. Therapeutische Fachbereiche wie die Ernährungsberatung(gesunde Ernährung, ggf. Gewichtsreduktion) oder die Psychologie (psychologische Krankheitsverarbeitung) ergänzen das Therapiespektrum durch einzelne Therapie wie z.B. Praktisches Kochen in der Lehrküche oder Entspannungstechnik mit Autogenem Training.
Konservative Reha nach Bandscheibenvorfall
Die Mehrzahl der Bandscheibenvorfälle wird heutzutage durch eine konservative Therapie behandelt. Die beiden zentralen Elemente einer Reha nach Bandscheibenvorfall sind dabei die Schmerztherapie und die Stärkung der Rückenmuskulatur. Dabei ist es von großer Bedeutung schon frühzeitig die Schmerzen zu lindern um den „Teufelskreis“ aus Schmerzen und der daraus resultierender Passivität zu durchbrechen.
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Wärmebehandlung & Stufenlagerung
Verschiedene Formen der Wärmetherapie, wie z.B. Rotlicht, Fango- oder Moorpackungen helfen durch ihre wärmende Wirkung die Durchblutung zu fördern und die verspannte Rückenmuskulatur zu lockern. Ein weiterer nervenentlastender Ansatz kann oft die Stufenbettlagerung sein. Hierzu legt sich der Patient hin und seine Beine werden im rechten Winkel auf einem Würfelkissen hoch gelagert.
Physiotherapie zentrales Element der Bandscheiben Reha
Während früher bei einem Bandscheibenvorfall noch häufig „Bettruhe“ verordnet wurde, der Betroffene sich möglichst wenig bewegen sollte, so gilt heute in den allermeisten Fällen das Gegenteil: Rasch gilt es mit der Rehabilitation in Form von Physiotherapie zu beginnen und möglichst konsequent Übungen und Therapien durchzuführen um die Wirbelsäule zu entlasten. Insbesondere der Kräftigung der Rückenmuskulatur rund um die Wirbelsäule und die Bandscheiben wird dabei Beachtung geschenkt. Einzelne Elemente der Physiotherapie innerhalb der Bandscheiben-Reha sind z.B.
Rückenschule,
Dehn- und Stretchübungen,
Wassergymnastik, Bewegungsbad, Aquajogging
Elektrotherapie, Schmerztherapie
Physikalische Therapie
Ausdauertraining sowie
Krafttraining für Rücken, Wirbelsäulen und Bauchbereich.
Begleitend können medizinische Massagen, mineralische Vollbäder und Entspannungstherapien den Genesungsprozess positiv beeinflussen.
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Vorbeugung

Vorbeugung
Da die sogenannte „Bindegewebsschwäche“ als primäre Ursache erblich ist, lässt sich einem Bandscheibenvorfall nur bedingt durch Muskelaufbau vorbeugen. Auch die Vermeidung von Unfällen wird sich nicht immer erreichen lassen. So bleibt für jeden Einzelnen jedenfalls die Möglichkeit eines konsequenten Muskelaufbaus im Rückenbereich durch gymnastische Übungen oder Sport, sowie die Vermeidung des Hebens schwerer Lasten. Es gibt erlernbare Techniken, schwere Lasten „rückengerecht“ zu bewältigen, aber das Vermeiden solcher Aktionen ist nicht in jedem Beruf (z. B. Krankenpflege) möglich.
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Bodybuilding und Fitnesstraining können in Studios mit weniger qualifiziertem Personal problematisch sein, da Fehlstellungen dort nicht immer erkannt werden.
Erwähnenswert sind auch die „orthopädischen Sportarten“, Schwimmen, Tanzen, Laufen (bzw. Joggen, Nordic Walking), Reiten und Fahrradfahren, welche neben dem Muskelaufbau die für Bandscheiben wichtige wechselnde Druckbelastung ermöglichen. Ob nach einem Bandscheibenvorfall Sportarten wie etwa Reiten oder Laufen (auf asphaltiertem/zementiertem Untergrund) ebenso wie Fahrradfahren in stark gebeugter Haltung unbedingt zu vermeiden sind, ist nach Erkenntnissen der modernen Sportmedizin stets vom individuellen Schadensbild abhängig.
Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung gegen einen Bandscheibenvorfall ist die richtige Ergonomie am Arbeitsplatz. Das gilt neben den körperlichen Arbeiten auch für Tätigkeiten, die im Sitzen verrichtet werden. Heutzutage gibt es viele ergonomische Lösungen für die Arbeit am Bildschirm, am Schreibtisch und Arbeiten, welche lange statische Sitzpositionen erfordern. Da die Bandscheibe nicht von Blutgefäßen versorgt wird, ist sie auf wechselnde Druckbelastung zum Austausch der Nährflüssigkeit angewiesen, womit statische Sitzpositionen möglichst zu vermeiden sind

Die Operation

Die Operation
Wegen der hohen Komplikationsrate gilt eine strenge Indikationsstellung zur Operation.
Eindeutige Indikationen zur Operation laut AWMF–Leitlinie sind:
Cauda-equina-Syndrom mit akuter Paraparese bei ausgedehntem Bandscheibenvorfall oder bei einem Wirbelkörperbruch.
Blasen- und Mastdarmlähmung
Zunehmende oder akut aufgetretene schwere Muskelausfälle
Eine Operation kann als letzter Versuch durchgeführt werden, wenn alle nicht-operativen Verfahren versucht wurden und die Schmerzen sich trotzdem nicht aushalten lassen.
Komplikationen sind u. a.:
Häufig postoperative Narbenbildung, die z. B. die Nervenwurzel oder den Duralsack einklemmen kann.
Häufig Reprolaps/Rezidiv
Z. T. schwere Infektion ggf. mit Abszedierung
Liquorleckage (Liquor cerebrospinalis) bei Verletzung der Dura, z. B. mit schweren Kopfschmerzen
Die Rezidivrate bei der mikrochirurgischen OP liegt bei > 10 %.
Die Implantation künstlicher Bandscheiben zur Schmerztherapie wird (Stand 2005) kritisch bewertet.
Im Jahr 2013 hat der AOK-Krankenhausreport belegt, dass sich die Zahl der Bandscheibenoperationen zwischen 2005 und 2010 verdoppelt hat. Die SPORT-Studie (SPORT = Spine Patient Outcomes Research Trial) kam zu dem Schluss, dass bei persistierender Ischialgie aufgrund eines Bandscheibenvorfalls die Operation auch noch nach 8 Jahren einen Vorteil gegenüber der konservativen Behandlung bringt. Wegen der schwierigen Zuteilung zu den verschiedenen Behandlungsgruppen und der Zusammenfassung einer Reihe von verschiedenen Studien zu einer großen Studie gibt es einigen Interpretationsspielraum.
Die am häufigsten durchgeführte Operationsmethode ist die Mikrodiskektomie, bei der das verrutschte Bandscheibengewebe durch einen 3-5 cm langen Schnitt über der Wirbelsäule entfernt wird. Sogenannte minimal-invasive Eingriffe und mikrochirurgische Verfahren, wie die Perkutane Laser-Diskus-Dekompression (PLDD), finden immer häufiger Anwendung, auch wenn die Resultate in klinischen Studien nicht besser sind. Argumentiert wird hingegen, dass der Zugang, d. h. die Narbe, kleiner ist und somit weniger traumatisierend sei.Zunehmend an Verbreitung gewinnt auch die endoskopische transforaminale Bandscheibenoperation.

Diagnostik

Diagnostik
Ein Bandscheibenvorfall kann mittels MRT diagnostiziert werden. Als alternatives Verfahren kann ein Bandscheibenvorfall auch mittels CT festgestellt werden. Nach der Untersuchung sollte ein neurologisch erfahrener Arzt feststellen, ob festgestellte Veränderungen die Beschwerden des Patienten erklären können oder ob es sich nur um einen Zufallsbefund handelt.
Die Behandlung
Bei erhaltener Beweglichkeit wird empfohlen, so schnell wie möglich zu normalen Aktivitäten zurückzukehren.Eine Bettruhe ist nicht empfehlenswert, da hierfür kein Therapieeffekt nachgewiesen wurde. Bei fehlender Beweglichkeit sollte frühzeitig eine effektive medikamentöse Schmerztherapie durchgeführt werden. Eine Einweisung ins Krankenhaus sollte bei Red Flags (siehe unter Symptome), ambulant nicht beherrschbaren Schmerzen und zunehmenden neurologischen Ausfällen erfolgen. Wärmetherapie, Massagen mit Bewegungstherapie, Elektrotherapie, Bindegewebsmassagen können im Einzelfall die Beschwerden lindern. Der Nutzen lässt sich aber z. T. nicht wissenschaftlich belegen.
Eine Manuelle Medizin (Chiropraktik, spinale Manipulationen) ist bei ausstrahlenden Schmerzen kontraindiziert. Bei akuten nicht ausstrahlenden Schmerzen kann die Therapie innerhalb der ersten 4–6 Wochen hilfreich sein. Krankengymnastik (Physiotherapie) ist bei chronischen und subakutenSchmerzen hilfreich. Im akuten Stadium konnte bisher kein Nutzen nachgewiesen werden. Unter den vielen Therapie- und Diagnoseansätzen befinden sich auch die Feldenkrais-Methode, Alexander-Technik, Hatha-Yoga, das McKenzie-Konzept, die Spiraldynamik und die Akupunktur. Eine Verhaltenstherapie ist hilfreich in Bezug auf die Schmerzbewältigung bei chronischen Rückenschmerzen.
Bei Patienten, die an Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Bein leiden, kann bei chronischen Beschwerden die sogenannte Rückenschule hilfreich sein. Die Periradikuläre Therapie (PRT) ist ein Verfahren, bei der unter CT- oder Röntgen-Kontrolle Kortison an die betroffene Nervenwurzel gespritzt wird, die mindestens 2x durchgeführt werden sollte. In 67 % der Fälle kann damit bei einem Bandscheibenvorfall Schmerzfreiheit erreicht werden. In Deutschland wird die Untersuchung bei Kassenpatienten in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt. Ggf. werden die Kosten übernommen, wenn ein Schmerztherapeut den Patienten zum Radiologen überweist.

Die Diagnose: Bandscheibenvorfall

Die Diagnose: Bandscheibenvorfall
Der Bandscheibenvorfall (lat. Prolapsus nuclei pulposi, Discushernie, Discusprolaps, auch Bandscheibenprolaps, BSP) ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal – den Raum, in dem das Rückenmark liegt – vortreten. Im Gegensatz zur Bandscheibenprotrusion (Vorwölbung) wird beim Prolaps der Faserknorpelring der Bandscheibe (Anulus fibrosus) ganz oder teilweise durchgerissen, während das hintere Längsband (Ligamentum longitudinale posterius) intakt bleiben kann (sogenannter subligamentärer Bandscheibenvorfall).
Die Ursache ist oft eine Überlastung bei Vorschädigung der Bandscheiben, ein Bandscheibenvorfall kann aber auch ohne äußeren Anlass auftreten. Symptome des Bandscheibenvorfalls sind starke, häufig in die Extremitäten ausstrahlende Schmerzen, oft mit einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel, gelegentlich auch Lähmungserscheinungen. Eine Behandlung ist meistens konservativ möglich, schwere Vorfälle müssen operativ behandelt werden.
Bandscheiben sind bradytrophe Gewebe, das heißt, sie werden nicht direkt aus dem Blutkreislauf heraus mit Nährstoffen versorgt, sondern durch Diffusion. Hierbei spielen semipermeable Membranen, welche die Knorpelringe voneinander trennen, die entscheidende Rolle. Durch Scherkräfte können diese Membranen einreißen, wodurch sie ihre Funktion verlieren und die Bandscheibe nebst Gallertkern der Bandscheibe (Nucleus pulposus) austrocknet (black disc lesion). Wenn es zu einem Bandscheibenvorfall kommt, ist der Gallertkern praktisch nicht mehr in seiner ursprünglichen Form vorhanden. Der Bandscheibenvorfall entsteht also zumeist auf dem Boden einer langjährigen Vorschädigung der Bandscheibe. Der Gallertkern (ca. 80 % Wasser) besteht bei der gesunden Bandscheibe aus einem gallertigen, zellarmen Gewebe und übernimmt bei Belastung zusammen mit den Knorpelringen und den Membranen die Funktion einer hydraulischen Kugel („Wasserkissen“). Die Wirbelkörper und Bandscheiben vorne ermöglichen zusammen mit den kleinen Wirbelgelenken hinten („Facettengelenke“) die hohe Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule und ihre hohe Stabilität.
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Die Schmerzen strahlen typischerweise entlang der Dermatome aus und deuten so auf die betroffenen Nervenwurzeln hin.
23 Bandscheiben
Die menschliche Wirbelsäule hat 23 Bandscheiben. Zwischen dem ersten Wirbel (lat. Atlas) – von oben gezählt – und dem zweiten Wirbel (Axis) ist keine Bandscheibe ausgebildet. Damit wird dem Kopf beim Nicken (Atlas) und Drehen (Axis) die erforderliche Bewegungsfreiheit gegeben. Außerdem konzentrieren sich dort wesentliche Nervenstränge und die Blutversorgung zum Kopf. Es gibt verschiedene Ursachen für einen Bandscheibenvorfall: genetische Schwächen, einseitige Belastungen oder eine Schwäche der paravertebralen, das heißt neben den Wirbeln gelegenen, Muskulatur. Die ausschließlich unfall- oder verletzungsbedingte Schädigung der Bandscheibe ist bislang nicht als Ursache nachgewiesen – dem widersprechende Argumentationen werden von Berufsgenossenschaften und Sozialgerichten höchst selten anerkannt. Gesundes Bandscheibengewebe soll nach gängiger

Bild: HWS
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Querschnitt durch die Strukturen der Halswirbelsäule. Rechts: Beim Bandscheibenvorfall tritt ein Teil des Gallertkerns (Nucleus pulposus) durch den Faserring (Anulus fibrosus) und verursacht durch Druck auf den Spinalnerv (Nervus spinalis) Beschwerden
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Meinung, wenn überhaupt, mit einem Stück Knochen zusammen aus dem Wirbelkörper ausreißen. Häufig tritt ein Bandscheibenvorfall auch während einer Schwangerschaft auf. Es gibt viele alte Menschen von über 90 Jahren, die in ihrem arbeitsreichen Leben niemals Beschwerden an der Wirbelsäule beziehungsweise den Bandscheiben hatten. Dagegen gibt es Kinder, die schon einen Bandscheibenvorfall erleiden mussten.
Mögliche Ursachen für den rasanten Anstieg von Bandscheibenvorfällen in der heutigen Zeit sind Bewegungsmangel und Fehlhaltungen, vor allem bei Büroarbeiten. In einigen Studien konnte ein erhöhtes Risiko bei Übergewicht nach Body-Mass-Index gegenüber Bandscheibenveränderungen festgestellt werden. In einer finnischen Studie zeigte sich ein 2-fach erhöhtes Risiko einer stationären Behandlung von Bandscheibenerkrankungen bereits bei einem BMI > 27,5 kg/m².
Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 40 Jahren, die am häufigsten betroffenen Wirbel liegen im Lendenwirbelbereich (lumbal). Weniger häufig betroffen sind Halswirbel (zervikal) und nur sehr selten die Brustwirbel (thorakal). Das Verhältnis ist etwa 100 zu 10 zu 1.

Der Bandscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall
 
Bandscheibenvorfall, der vorgefallene Gallertkern drückt auf die Ventralwurzel (Vorderwurzel) des Spinalnervs
1 Rückenmark, 2 Dorsalwurzel, 3 Spinalganglion, 4 Ventralwurzel, 5 Spinalnerv, 6 + 7 Bandscheibe: 6 Faserring, 7 Gallertkern, 8 Wirbelkörper
Die Bandscheibe
Eine Bandscheibe (lat. Discus intervertebralis) ist eine flexible, faserknorplige Verbindung zwischen Wirbeln. Sie gehört damit zu den knorpligen Knochenverbindungen (sog. Symphyse, Symphysis), vergleichbar dem Discus interpubicus der Schambeinfuge. Sie unterscheidet sich damit grundsätzlich von den faserknorpligen Zwischenscheiben in echten Gelenken (siehe Discus articularis). Die Wirbelsäule des Menschen besitzt 23 Bandscheiben. Ihre Anzahl variiert bei den übrigen Säugetieren mit der Anzahl der Wirbel. Zwischen dem Schädel und dem ersten Halswirbel (Atlas) sowie zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel (Axis) gibt es keine Bandscheiben. Die Bandscheiben machen etwa 25 Prozent der Gesamtlänge der Wirbelsäule aus
Der Aufbau
Bandscheiben bestehen aus zwei Teilen:
äußerer Anulus fibrosus (Faserring)
innerer Nucleus pulposus (Gallertkern)
Der Anulus fibrosus besteht aus konzentrischen Schichten von kollagenen Bindegewebsfasern (Außenzone), die nach innen allmählich in Faserknorpel (Innenzone) übergehen. Die Bindegewebsfasern heften sich an den Wirbelkörpern an. Der Nucleus pulposus ist ein zellarmes gallertiges Gewebe, das 80 - 85 % Wasser enthält. Aufgrund des hohen Anteils an Glykosaminoglykanen wird Wasser reversibel gebunden, sodass der Nucleus wie ein Wasserkissen stoßbrechend wirkt. Der Gallertkern wird als Überrest der Chorda dorsalis angesehen. Tritt seine Flüssigkeit über den Anulus fibrosus durch eine Schädigung aus, spricht man von einem Nucleus-pulposus-Prolaps oder Bandscheibenvorfall. Während der Anulus fibrosus einer zugfesten Hülle der Bandscheiben entspricht, enthält der Nucleus pulposus Flüssigkeit. Wird Druck auf die Bandscheiben ausgeübt, verlieren sie diese Flüssigkeit. Diese physiologische Diffusion ist mit einem pathologischen Nucleus-pulposus-Prolaps nicht zu verwechseln. Dadurch schrumpft ein Mensch am Tag um etwa 1 % seiner Körpergröße, was etwa 1,5 – 2,0 cm entspricht. Die Bandscheiben saugen bei Entlastung im Liegen, also beispielsweise beim Schlafen, die Flüssigkeit wieder wie ein Schwamm auf.
Dieses Auspressen und Aufsaugen ist auch der einzige Weg, über den die Bandscheiben mit Nährstoffen versorgt werden, da sie ab dem 20. Lebensjahr mit Abschluss des Wachstums keine Blutgefäße mehr besitzen. Der Druckwechsel zwischen Be- und Entlastung ist also eine Grundvoraussetzung für den Stoffwechsel der Bandscheiben. [1] Langfristige Belastungen führen zu einer langsamen, aber permanent stattfindenden Flüssigkeitsabgabe, die den Turgor und die Dicke der Bandscheiben abnehmen lässt.
Die Funktion
Da Körpergewebe stets aus dem Material besteht, das für seine Aufgaben besonders geeignet ist, kann man aus der Beschaffenheit der Wirbelsäulenbandscheiben schließen, dass diese hauptsächlich Druckbelastungen durch Muskelzug standhalten müssen. Beim nach vorne Beugen der Wirbelsäule oder einer „krummen Körperhaltung“ entsteht auf der Rückseite der Bandscheiben eine enorme Zugkraft des Musculus erector spinae. Diese wiederum wirkt in das Gelenk, so dass es zu punktueller Druckbelastung des dorsalen (hinteren) Abschnittes des Anulus fibrosus und somit längerfristig zur Fissurenbildung führt. So kann man daraus schließen, dass die Dauer der gekrümmten Körperhaltung entscheidend für die Schwächung der Wirbelsäulenbandscheiben sein könnte, denn genau mit einer solchen Form der lang gehaltenen Dehnung werden bindegewebige Gelenkstrukturen in der Physiotherapie erfolgreich mobilisiert. Tatsächlich zeigt es sich, dass selbst bei sehr hohen Druckbelastungen, z. B. bei einem Sturz auf das Gesäß, praktisch nie die Bandscheiben Schaden nehmen, sondern stets die Wirbelkörperdeckplatten einbrechen.
Schäden
Längerfristige Schädigung von Bandscheiben kann zu einem Bandscheibenvorfall führen, wobei auch genetische Dispositionen, wie bei Arthrosen auch, eine große Rolle zu spielen scheinen. Der Verschleiß der Bandscheibe und der angrenzenden Wirbel wird Osteochondrosis intervertebralis oder Spondylosis deformans genannt. Die operative Entfernung eines Bandscheibenvorfalls wird als Nukleotomie bezeichnet, die Entfernung der gesamten Bandscheibe mit knöcherner Versteifung und Fusion der benachbarten Wirbelkörper ist die Spondylodese. Daneben gibt es an der Hals- und Lendenwirbelsäule die Möglichkeit des Bandscheibenersatzes durch eine Bandscheibenprothese.

Das Kreuz mit dem Kreuz !

Das Kreuz mit dem Kreuz !
Wir können auf den Mond und den Mars fliegen, wir vollbringen Spitzenleistungen in allen Bereichen der Forschung, wir verpflanzen erfolgreich alle möglichen Organe, wir haben Magengeschwüre fast ausgerottet, wir können schon jede zweite Krebserkrankung heilen - jeden Tag vollbringt die moderne Medizin neue Glanzleistungen. Aber jeden Tag fragen gleichzeitig Millionen schmerzgeplagter Rückenpatienten: Warum muß ich immer noch leiden?
Gibt es für mich wirklich keine Hilfe?
Bandscheibenpatienten im Krankenhaus
Die Zahl dieser Krankenhausfälle ist in den Jahren von 2006 bis 2014 von 282.000 auf 415.000 angestiegen. Das belegt der BARMER GEK Report Krankenhaus 2015.
Dem Report zufolge haben in den Jahren 2006 bis 2014 die Operationen an den Bandscheiben um 12,2 Prozent zugenommen. Immer öfter folgt bei denselben Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren zusätzlich eine Versteifungsoperation. Zwar handelt es sich noch um relativ geringe Fallzahlen, die Steigerungsraten sind mit 150 Prozent seit dem Jahr 2006 jedoch beachtlich. "Ein Zweitmeinungsverfahren ist vor jeder Rücken-Operation dringend anzuraten. So lässt sich eine nicht notwendige Operation am besten vermeiden", so Straub. Schmerzfreiheit sei gerade bei chronischen Schmerzen auch nach einer Operation nicht garantiert, umso genauer müssten Nutzen und Risiken des Eingriffs abgewogen werden.
Patienten sind nicht zufrieden
Doch auch mit der Behandlung im Krankenhaus sind viele Patienten nicht zufrieden. Das belegt eine Umfrage der Studienautoren unter erwerbsfähigen BARMER GEK Versicherten.
Bild: Wirbelsäule des Menschen
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Es wurden 2.496 Rückenschmerz-Patienten Krankenhaus ist bei Schmerzpatienten sehr hoch. Daher müssen sie umfassend von den Ärzten aufgeklärt werden, was eine Behandlung leisten kann. Schmerzfreiheit gehört nicht unbedingt dazu", betonte Bitzer. Laut Umfrage ist nur jeder Zweite operierte und jeder Vierte mit Schmerztherapie behandelte Versicherte uneingeschränkt mit dem Ergebnis zufrieden. "Das sind die niedrigsten Zufriedenheitswerte, die wir bei Patientenbefragungen im Rahmen des BARMER GEK Reports Krankenhaus jemals gemessen haben", so Bitzer.
Trends bei Fallzahlen und Verweildauer ungebrochen
Auch nach demografischer Bereinigung haben die Fallzahlen im Krankenhaus, nach einer Stagnation im Jahr 2012 gegenüber 2011 in den Jahren 2013 und 2014 wieder leicht zugenommen. Insgesamt ergibt sich seit dem Jahr 2006 ein Zuwachs bei den Fallzahlen von 7,3 Prozent. Die Anzahl der Behandlungstage ist demgegenüber deutlich gesunken, 1.773 im Jahr 2006 auf 1.673 je 1.000 Versicherte im Jahr 2014. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer hat im Zeitraum von 2006 bis 2014 um 12 Prozent auf 7,7 Tage abgenommen.
Ich habe Rücken !
Wer hat das in seinem Leben nicht schon einmal gesagt ? Wie ging oder geht es nach einer solchen Aussage aber weiter ? Oftmals beginnt ein Untersuchungs- oder Behandlungsmarathon, der sich über Jahre hinzieht. Manchmal endet der Patient irgendwann als sogenannter austherapierter Schmerzpatient, der sinngemäß nur noch die Wahl hat zwischen Pest und Cholera:
Nimmt er die benötigten Schmerzmittel dauerhaft ein schädigt er innere Organe wie Magen, Nieren und Leber, was wiederum den Beginn einer neuen Behandlungsspirale bedeuten kann.
Nimmt er die benötigten Medikamente aber nicht dauerhaft ein kann er es vor Schmerzen nicht aushalten.
Guter Rat ist dann gefragt !
Was sind die Ursachen für die vorliegenden Beschwerden ?
Wo fängt die Behandlung an ?
Wer behandelt wie und wo ?
Welche Behandlungsmethoden gibt es überhaupt ?
Muss immer gleich operiert werden ?
Wann ist eine Operation unumgänglich ?
Wie finde ich den richtigen Operateur ?

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis.
1.   Das Kreuz mit dem Kreuz
2.   Die Wirbelsäule
3.   Die Bandscheiben
4.   Diagnose Bandscheibenvorfall
5.   Diagnostik
6.   Operation
7.   Vorbeugung
8.   Reha _ Massnahmen
9.   Kliniken - Wirbelsäulenzentren
10. Selbsthilfe

Gesundheitsstadt Ruhrgebiet

Gesundheitsstadt Ruhrgebiet
Gesundheitswirtschaft regional 
Nordrhein-Westfalen ist ein starker Gesundheitsstandort. Das zeigt sich in der großen Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Beschäftigung und Umsatz, aber auch in der exzellenten Verankerung gesundheitswirtschaftlicher Themen auf regionaler Ebene. In den vergangenen Jahren haben sich sechs bedeutende Gesundheitswirtschaftsregionen entwickelt: Aachen, Köln/Bonn, Metropole Ruhr, Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen.
In dieser Ausgabe stellen wir die Gesundheitsstadt Ruhrgebiet vor.
Hier werden exemplarisch für ganz Nordrhein-Westfalen innovative Herangehensweisen und Projekte entwickelt, um mit allen Akteuren eine qualitativ hochwertige und patientenorientierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Die Gesundheitsmetropole Ruhr umschließt das Gebiet der Städte Bochum. Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie vier Kreise, nämlich den Ennepe-Ruhr-Kreis, den Kreis Recklinghausen, den Kreis Unna und den Kreis Wesel. Mit 5,3 Millionen Einwohnern auf etwas mehr als 4.400 Quadratkilometern ist die Gesundheitsmetropole Ruhr die bevölkerungsreichste und –dichteste der Gesundheitsregionen.
Zahlen / Daten / Fakten
Einwohner: 5,3 Mio.
Krankenhäuser und Kliniken: 130
Medizinische Fakultäten: 3
Haus- und Fachärzte: 9.000
Pflegeheime und ambulante Dienste: 1.100
Und überall sind die Rückenleiden ein großes Thema !
Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Volksleiden, fast jeder hat es mindestens einmal im Leben im Kreuz.
Und andere haben es immer dauerhaft im Kreuz !